Honigkuchen

Der etwas zu dick geratene Honigkuchen

Der etwas zu dick geratene Honigkuchen

Heute als ich am Mittag nach Hause komme, fängt mich vor unserem Haus ein Strassenhändler mit einem schmutzigen 5 Liter Kanister ab.

Ich kaufe gerne bei den Strassenhändlern. Meistens sind es Bauern, die direkt vom Feld kommen. Sie tragen einen Korb auf dem Kopf, oder schieben ein altes, chinesisches Fahrrad vor sich hin, auf dem ihre Güter – Kürbisse, Orangen oder Mandarinen, Zuckerrohr oder Spinat – angebunden sind. Die Bauern haben keine regelmässige Bargeldquelle, wenn sie auch zu essen haben, so fehlt ihnen oft das Geld, um Hefte für ihre Kinder zu kaufen oder um zum Spital zu gehen, wenn sie krank sind.

Nun dieser Bauer ruft mir zu, dass er Honig verkauft. Zum Glück habe ich erst kürzlich das Wort dafür gelernt – asali- denn unglaubig schaue ich mir den Kanister an. Als er den Deckel öffnet, erkennt man es aber ganz deutlich: da schwimmen tatsächlich ein paar Bienen im goldgelben Saft. Wieviel kostet denn der Honig, frage ich. 25’000 Shilling der ganze Kanister, meint er. Eigentlich möchte ich nicht unbedingt 5 Liter Honig kaufen, bei dieser Gelegenheit bemerke ich, dass ich noch nie einen kiswahilischen Begriff für „zu viel“ gelernt habe. Nach einigem hin und her bin ich schlussendlich der stolze Besitzer von einem Liter köstlich duftenden Honig und fünf kleinen, schwarzen Bienen, abgefüllt in eine alte Olivenölflasche und denke über Honigkuchen nach…

Hier das Rezept des Honigkuchen jüdischer Tradition, das ich im Internet gefunden und heute gebacken habe:

3 Eier
1 1/3 Tassen Honig
1 ½ Tassen Zucker (bei mir brauner Zucker)
1 Tasse starker schwarzer Kaffee (natürlich tansanischer Kaffee aus Arusha)
3 Teelöffel Backpulver
2 Esslöffel Margarine (ich habe normales Öl genommen)
4 Tassen Mehl
1 Teelöffel Zimt (aus Sanzibar!)

Den Herd auf 180 °C vorwärmen. Ein Backblech (25 x 30 cm) einfetten und mit Mehl bestäuben (oder mit einem Backpapier belegen). In einer großen Schüssel Eier und Honig zusammen schlagen. Zucker hinzufügen und noch einmal mischen. Dann den Kaffee mit 2 TL Backpulver mischen (das schäumt schön, achtung jetzt muss schnell gearbeitet werden, damit nicht die ganze Backpulverkraft verpufft) und mit der Margarine in die Eier mischen. 1 TL Backpulver, Mehl und Zimt hinzufügen und die Mischung gut schlagen. Das Ganze in das Backblech leeren und 55 bis 60 Minuten backen.

von - 29. Sep. 2010 - Kategorie: Alltag in Ndanda, Tagebuch