Der Regen und die Folgen…

Regenwolken über Ndanda

Regenwolken über Ndanda

Dieses Jahr hat es zum Glück immer wieder geregnet. Ein Segen für die Menschen, die jetzt anfangen können, zu ernten. Aber während es bisher meistens nur einmal am Tag und manchmal auch ein paar Tage gar nicht geregnet hat, regnet es jetzt seit etwa 2 Wochen ständig. Und das soll noch etwa 2 Wochen so weitergehen. Manchmal ist der Himmel voll tiefschwarzer Wolken, es stürmt und blitzt und schüttet wie aus Kübeln, manchmal  gibt es einfach einen kurzen, leichten Schauer. Manchmal gibt es eine kurze Unterbrechung und es scheint die Sonne, aber dann fängt der Regen schon wieder an. Das Gute daran ist, dass die ständige Hitze der letzten Monate langsam nachlässt und wir uns nachts jetzt schon manchmal mit einer dünnen Decke zudecken. Wir lieben den Regen. Wir lieben es im Haus zu sein und durch die offenen Fenster und Türen das stürmische Wetter zu hören und zu sehen und den Wind zu spüren.

Doch leider hat der Regen nicht nur Vorteile.

Durch die ständigen Niederschläge ist jetzt immer alles feucht. Die Luftfeuchtigkeit ist so hoch, dass am Abend, wenn man ins Bett geht, die Decke und das Laken klamm sind. Auch die Kleidung ist feucht. Es hat fast keinen Sinn mehr, Wäsche zu waschen, da sie doch nicht richtig trocknet. Meistens stellen wir einen Ventilator vor den Wäscheständer, das hilft etwas. Aber auch wenn die T-Shirts getrocknet, gebügelt und zusammengelegt sind, sind sie am Abend trotzdem wieder klamm. Und als Folge der Feuchtigkeit fängt dann auch noch alles an zu schimmeln: Schuhe, Körbe, Ledertaschen, die Badezimmerwand hinter den Handtüchern, der Holzhocker in der Küche usw. Neuerdings hängen also auch immer Bernice‘ Birkenstocks am Wäschständer und ihr schöner eckiger Korb für die Arbeit…

Mehr als feucht wurde auch unsere Badezimmerdecke. Der Grund ist hier jedoch, dass das Blechdach die Regenmenge nicht mehr bewältigen konnte und es in den Dachstuhl geregnet hat. So sahen wir eines Tages einen  Fleck an der Decke der immer grösser wurde und dann fing es an zu tropfen… (Heute waren die Handwerker da).

Auf der Strasse nach Dar es Salaam, der einzigen passablen Strassenverbindung in den Norden des Landes, war eine Brücke zerstört. Hunderte von Autos konnten nicht mehr weiterfahren. Die zahlreichen Busse, die täglich aus Dar es Salaam in den Süden und zurückfahren, konnten die Stellen ebenfalls nicht passieren. Deshalb schickten die Busunternehmen von beiden Seiten einen Bus und die Passagiere mussten zu Fuss durchs Wasser waten. Auch zahlreiche andere Strassenverbindungen waren zeitweise gesperrt.

Im Nachbardorf Chikundi war gestern am Morgen der Fluss über das Ufer getreten und machte die Strasse nach Ndanda unpassierbar. Alle Menschen warteten, bis die Strasse wieder frei sein würde. Einer der Wachmänner des Spitals wollte aber nicht zu spät zur Arbeit nach Ndanda kommen und machte sich daran, mit seinem Fahrrad das Wasser zu durchqueren… Nur durch die beherzte Hilfe der Umstehenden konnte er kurz darauf aus den Fluten gezogen werden — sein Fahrrad konnte aber nicht mehr gerettet werden.

Natürlich sind auch viele Häuser vom Regen in Mitleidenschaft gezogen. Im Gegensatz zu unserem Haus, sind viele Häuser in den Dörfern viel einfacher und weniger stabil gebaut. Und wenn man in einem Haus, wie auf dem Bild unten, lebt, ist der Regen natürlich noch viel fataler.

Wohnhaus ausserhalb von Ndanda

Wohnhaus ausserhalb von Ndanda

von - 30. Mrz. 2010 - Kategorie: Tagebuch