Endlich Regen…

Emma im Regen

Emma geniesst den Regen

Ndanda liegt südlich des Äquators. Nicht sehr weit südlich, aber dennoch spürt man den Unterschied zwischen “Sommer” und “Winter”. Der “Winter” hat sich bereits seit längerem verabschiedet … schon im September. Davor, von Juni bis August, waren die Temperaturen die tiefsten des Jahres: sie stiegen am Tag durchschnittlich auf 28 Grad und sanken auf 20 Grad in der Nacht. Das war angenehm. Im tansanischen “Winter” verlieren auch die Bäume ihre Blätter – ich denke aufgrund der Trockenheit in dieser Zeit – und wenn wir auf die Berge des Makonde-Plateaus hinter Ndanda blicken, sehen wir immer noch das kahle Grau-Braun der Wälder, wo sonst ein grünes Dickicht herrscht.

Nach der Arbeit zuhause

Nach der Arbeit zuhause

Inzwischen ist der Sommer wieder zurückgekehrt. Seit September wird es langsam wärmer und wärmer. Man merkt es daran, dass man sich Nachts irgendwann nur noch mit einem ganz dünnen Tuch zudecken möchte, oder dass man froh ist, wenn man nach der Arbeit möglichst viele Kleidungsstücke ausziehen kann. Inzwischen bin ich froh, wenn ich zuhause fast gar nichts mehr anziehen muss und in der Nacht benutze ich die Decke als Schweisstuch anstatt als Zudecke. Die Temperaturen betragen jetzt etwa 35 Grad am Tag und 25 Grad in der Nacht und es wird noch wärmer. Das Land ist sehr trocken, das Gras ist verdorrt und man sehnt sich immer mehr den Regen herbei, der wieder Grün hervorbringen und eine willkommene Erfrischung an einem heissen Tag bieten soll.

Zusammen mit Sita, einer Besucherin unserer Nachbarn, läuft Emma durch die Sturzbäche, die von unserem Dach kommen.

Emma läuft zusammen mit Sita durch die Sturzbäche, die von unserem Dach kommen.

Und nun war es soweit. Am Samstag nachmittag verdunkelte sich der Himmel immer mehr und ein starker Wind kam auf, bis plötzlich ein wahrer Sturzregen einsetzte. Es war bereits häufig so, dass der Himmel bedeckt war und sich dunkle Wolken zeigten, aber bisher gab es höchstens ganz selten mal ein paar einzelne Tropfen. Am Samstag aber goss es in Strömen. Nach ungefähr einer halben Stunde war das Gröbste vorbei. Wir haben es sehr genossen und Emma lief vor Freude kreischend durch die Sturzbäche, die von unserem Hausdach herunterprasselten.

Hier in Tansania nennt man die Regenfälle, die jetzt einsetzen, “Mango-Regen”, weil im November die Mangos reif werden. Überall sieht man diese Früchte jetzt auf den Bäumen. Auf dem Markt kann man Mangos zwar schon seit ein paar Wochen kaufen, aber bisher waren die Preise noch etwas höher als üblich, da nur wenige reif waren. Aber mit dem Regen wird sich das ändern und bald wird es immer mehr der köstlichen Früchte geben. Emma liebt Mangos über alles und könnte sie den ganzen Tag essen. Das macht sie dann – auf unseren Wunsch hin – meistens draussen, weil das Mango-Essen eine sehr tropfende und klebrige Angelegenheit ist.

von - 10. Nov. 2009 - Kategorie: Tagebuch